ISO 16890: Empfehlung des VDI für neue Filterklassen

Die neue Prüfnorm ISO 16890 „Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik“ (Teile 1-4) zur Filterprüfung und -bewertung hat die alte EN 779 2012 mit einer Übergangsfrist, die bis Juni 2018 lief, ersetzt. Damit Sie wissen, welche Bezeichnung die Filter nach der neuen Norm haben, schlägt der VDI einen „Übersetzungsschlüssel“ vor.

Die neue ISO-Norm beschreibt Methoden um Luftfilterelemente zu bewerten. Anhand der Feinstaubklassen PM1, PM2.5 und PM10 bestimmt sie Filterabscheidegrade. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und auch Umweltbehörden ziehen die gleichen Feinstaubklassen heran, um die Außenluftbelastung zu bewerten. Die ISO-Norm teilt die Grob- und Feinstaubfilter nach Abscheideleistung des Filters in vier Gruppen ein. Relevant ist dabei, ob ein Filter in der Lage ist, mehr als 50% des entsprechenden Partikelgrößenbereiches abzuscheiden. Ist ein Filter beispielsweise in der Lage, mehr als 50% PM1 Feinstaub abzuscheiden, so wird er als ISO ePM1 Filter eingeteilt. Scheidet ein Filter weniger als 50% PM10 ab, wird dieser nach der neuen ISO-Norm als „ISO coarse“ bezeichnet.

In welche Kategorie die „alten“ Filter in der neuen ISO-Norm eingeordnet wurden, hängt von ihrer Beschaffenheit ab und musste für jeden Filter einzeln bestimmt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Mess- und Bewertungsverfahren können die Filterklassen EN 779 nicht unmittelbar als ISO 16890 übernommen werden. Durch die Einführung der neuen ISO-Norm ergeben sich auch Änderungen für andere Regelwerke, die den Einsatz der Filterklassen nach EN 779 empfehlen. Es besteht somit ein erhebliches Interesse an einer einfachen und klaren Filterklassierung nach ISO 16890, welche sich auf die „alten“ Filterklassen der EN 779 zurückführen lässt.

Die Expertenarbeitsgruppe Luftfiltration vom VDI bietet eine Orientierungshilfe, in der die Mindestanforderungen analog den alten Klassen definiert sind. Auf Basis dieser Vergleichswerte können Anwender ihre Filter zielgerichtet auswählen.

Die Arbeitsgruppe empfiehlt folgende Anforderungen an die neuen Luftfilter für Komfort-RLT-Anlagen (Filterklasse nach ISO 16890 verglichen mit Filterklasse nach EN 779):

anstelle von: zukünftige Mindestanforderung:
M5 ISO ePM10 ≥ 50%
F7 ISO ePM2.5 ≥ 65%
oder ISO ePM1 ≥ 50%
F9 ISO ePM1 ≥ 80%